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Im Stadtviertel Coco del Mar (San Francisco, Panama-Stadt) fiel mir schon vor Jahren eine Grünfläche auf, zu der es keinen Zugang zu geben schien.

Hat sich dort jemand mit Geld einen dekadent großen Park mit über einem Hektar Fläche geleistet?

Vor zwei Wochen bekam ich die Antwort:

Ein angrenzendes Gebäude hatte den Zugang zum öffentlichen Park einfach mit einer Mauer und einem Pförtner geschlossen und für sich beansprucht.

Wer hinein wollte, wurde von den Angestellten daran gehindert.

Das ging 10 Jahre so. Alle Einigungsversuche scheiterten.

Nachdem die Stadt jetzt grünes Licht für den Abriss der Mauer gab, sind die Bagger angerückt und haben die Mauer eingerissen.

Video vom Coco Parque: https://www.instagram.com/p/DXZfdnNCcUQ/

Das ist kein Einzelfall in Panama.

Immer wieder wird der Zugang zu öffentlichen Stränden, Wanderwegen, etc. von Privatpersonen blockiert.

In Panama gibt es zum Beispiel keine Privatstrände.

Alle Strände sind öffentlich.

Es darf auch nicht auf den Strand gebaut werden.

Das ist natürlich Hotels und exklusiven Wohnanlagen ein Dorn im Auge.

Meist gibt es nur noch einen Alibi-Zugang, um es den ungeliebten einheimischen Wochenendbesuchern möglichst schwer zu machen.

An der Pazifikküste außerhalb von Panama-Stadt hatte ich selbst noch zwei Jahre nach Covid erlebt, wie Anwohner am Strand Fremden mit Anzeige gedroht haben, wenn diese sich ans Wasser wagten.

Verwiesen wurde auf die „Burbuja Familiar" (Familienblase – nähere Familie).

Was soll man dagegen machen?

Ignorieren? Anzeigen? Meiden?

Ich kannte einen Spanier, der in Colón am Strand ein Häuschen hatte, in dem er lebte.

Er ging dort gerne mit seinem Hund am Strand spazieren.

Ein Einheimischer wies ihn immer wieder darauf hin, dass das sein Strand sei und er dort gefälligst nicht laufen solle.

Der Spanier wollte sich das nicht gefallen lassen und zeigte daraufhin den Einheimischen an.

Es stellte sich heraus, dass der Einheimische ein hoher Politiker war.

Dieser zeigte ihn im Gegenzug wegen Steuerhinterziehung und anderen Dingen an.

Der Spanier hatte am Ende den Rechtsstreit gewonnen.

Zu der Zeit, als ich ihn kennenlernte, hatte er aber ziemliches Muffensausen und arbeitete aktiv an seinem „Fluchtplan".

Man kann sein Recht in Panama durchsetzen – aber manchmal dauert es Jahre, und man muss den Mut und Willen haben, sich mit den falschen Menschen anzulegen.

Hier noch ein Video von mir, als ich in Panama vor Gericht war:

https://youtu.be/56PyWGdbw2M

PS: Unbedingt mal im "neuen" Coco Parque vorbeischauen.

Stefan
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