Wer nach Panama kommt, stolpert über Begriffe wie Interior, Comarca, Costa Arriba oder Costa Abajo.
Um zu erklären, wie die Panameños ihr Land wahrnehmen, teile ich die Provinzen in sechs Gruppen:
- Metropolregion um Panama-Stadt
- Interior
- Chiriquí
- Darién
- Karibik
- Comarcas
Jede dieser Regionen hat ihren eigenen Charakter – und ihre eigenen Menschen.
Zehn Provinzen und sechs Comarcas
Das Staatsgebiet ist in zehn Provinzen und sechs sogenannte Comarcas aufgeteilt.
Die zehn Provinzen von West nach Ost:
- Bocas del Toro
- Chiriquí
- Veraguas
- Los Santos
- Herrera
- Coclé
- Colón
- Panamá Oeste
- Panamá
- Darién
Neben den Provinzen gibt es noch sogenannte Comarcas: Dies sind selbstverwaltete Gebiete von Indigenen.
Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Comarcas: (i) auf Provinzebene und (ii) auf Corregimiento-Ebene (unterhalb eines Distrikts).
Auf Provinzebene gibt es die vier Comarcas Ngäbe-Buglé, Guna Yala, Emberá-Wounaan und seit 2020 die neue Comarca Naso Tjër Di.
Auf Bezirksebene gibt es die beiden Comarcas Madugandí (Provinz Panamá) und Wargandí (Provinz Darién).
Metropolregion
Die Metropolregion ist keine eigene Verwaltungseinheit. Sie umfasst die Städte Panama-Stadt, San Miguelito, Arraiján und La Chorrera.
2014 wurde Panamá Oeste als eigene Provinz geschaffen – sie ging aus der Provinz Panamá hervor.
Die Metropolregion ist der wirtschaftliche Motor Panamas und international geprägt.
Hier leben, arbeiten und studieren die meisten Menschen des Landes.
El Interior — das kulturelle Kernland
Wer in Panama lebt, hört oft die Bezeichnung el Interior: das Landesinnere.
Damit sind die vier Provinzen Veraguas, Herrera, Los Santos und Coclé gemeint – inklusive der Azuero-Halbinsel.
Diese vier bilden sozusagen das kulturelle Kernland der hispanisch geprägten Mehrheitskultur.
Hier gibt es sehr viel Landwirtschaft und Viehzucht — und auffällig viele Ex-Präsidenten kommen aus dieser Region.
Im Interior ist die Welt vielerorts noch in Ordnung: Die Uhren ticken langsamer, Familien- und Nachbarschaftsstrukturen spielen eine größere Rolle, und die Region ist kulturell homogener als die Metropolregion rund um Panama-Stadt.
Früher hatte man auch Panamá Oeste zum Interior gezählt. Durch die Urbanisierung hat sich das mittlerweile verschoben.
Chiriquí
Chiriquí spielt wirtschaftlich und kulturell ebenfalls eine große Rolle, wird aber normalerweise nicht zum Interior gezählt.
Die Provinz hat eine eigene starke regionale Identität. Von meinen Mietern habe ich schon öfter gehört: „… der/die ist aus Chiriquí, die sind halt so …“
Aus Chiriquí kommen Kaffee und Gemüse für ganz Panama.
Besonders beliebt ist Chiriquí bei nordamerikanischen Auswanderern, die das gemäßigte Bergklima lieben.
Die Karibikseite — Colón und Bocas del Toro
Die Karibikseite ist deutlich weniger entwickelt als die Pazifikseite. Weite Teile der Küste liegen in Comarcas und sind nur schwer zugänglich.
Die Provinzen Colón und Bocas del Toro prägen die Karibikseite Panamas.
In diesen beiden Provinzen ist die afropanamaische Bevölkerung traditionell stark vertreten.
Die Afropanameños in Bocas del Toro unterscheiden sich von den anderen dadurch, dass sie Patois sprechen. Patois klingt ein bisschen wie das Englisch aus Jamaika.
Die Karibikküste westlich der Stadt Colón wird als Costa Abajo bezeichnet. Die Küste in Richtung Osten als Costa Arriba.
Portobelo ist zum Beispiel an der Costa Arriba von Colón.
Darién
Man könnte manchmal den Eindruck bekommen, dass die Provinz Darién vom Rest des Landes abgekoppelt ist.
Große Teile sind dünn besiedelt und von Wald geprägt.
Hinter Yaviza endet außerdem die Panamericana, wodurch es keine Straßenverbindung nach Kolumbien gibt.
Wenn Panameños Urlaub machen, dann geht es für sie normalerweise ins Interior, um die Familie zu besuchen.
Manchmal geht es auch in die Karibik. Die allerwenigsten kommen auf die Idee, einfach mal nach Darién zu fahren.
Comarcas
Die Comarcas sind Gebiete mit überwiegend indigener Bevölkerung und besonderen Selbstverwaltungsrechten.
Allerdings bilden sie kein zusammenhängendes Gebiet.
Insgesamt machen die Comarcas etwa 24 % des Staatsgebiets aus.
Weite Teile sind nur schwer zugänglich.
Zu den Sonderregeln in den Comarcas zählt zum Beispiel, dass dort nur Indigene Land erwerben können.
Fazit
Panama gliedert sich in zehn Provinzen und sechs Comarcas.
Die Provinzen lassen sich zu verschiedenen Regionen zusammenfassen: die Metropolregion um Panama-Stadt, das Interior, Chiriquí, die Karibik, Darién und die Comarcas.
Jede Region hat ihren eigenen Charakter.
Wenn Du diese Begriffe kennst, verstehst Du besser, worüber die Leute reden. Und Du bekommst ein Gefühl dafür, wie unterschiedlich das Land ist, sobald Du Panama-Stadt verlässt.
Mehr ehrliche Einblicke in das Leben und das Ankommen in Panama gibt es regelmäßig im wöchentlichen Newsletter: zum Newsletter.
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