Die geographische Lage Panamas macht es seit der Kolonialzeit zu einem globalen Drehkreuz für Waren und Menschen. Der Camino de Cruces war eine der Hauptschlagadern des Spanischen Imperiums. Er verband die Karibik mit dem Pazifik. Auf ihm gelangten Waren, Tiere und Menschen in die Neue Welt. Ebenso wurden erbeutete Reichtümer und Rohstoffe nach Europa transportiert.
Der Camino de Cruces wird auch manchmal als Camino Real de Cruces bezeichnet. Es gab in Panama auch noch einen zweiten wichtigen Kolonialweg der den Isthmus überquerte: Der Camino Real führte von Panama-Stadt bis an die Siedlungen Nombre de Dios und Portobelo in der Karibik. Man sollte diese drei Bezeichnungen kennen um Texte über die Kolonialzeit besser versehen zu können.
Dieser Artikel ist in mehrere Abschnitte aufgeteilt. Hier ist eine Übersicht:
- Übersicht
- Wandern auf dem Camino de Cruces
Übersicht
Der Camino de Cruces verband die Festung San Lorenzo in der Karibik mit dem alten Panama-Stadt (Panama Viejo). Beim Überfall von Francis Drake auf Panama im Jahr 1672 wurde Panama Viejo zerstört und an einem besser zu verteidigendem Ort wiederaufgebaut. Dieser Ort befindet sich dort wo sich die heutige Altstadt (Casco Viejo) befindet. Seit 1673 verband der Camino de Cruces das neue Panama-Stadt (San Felipe) mit San Lorenzo.

Die Route führte vom Pazifik durch den Urwald bis zum Ort Venta de Cruces. In Venta de Cruces stiegen die Reisenden auf Boote um. Auf dem Rio Chagres ging es bis zur Festung San Lorenzo in der Karibik. In Venta de Cruces gab es eine Kirche und eine Zollstation auf dem eine Gebühr für die Benutzung des Wegs erhoben wurde. Die Reise dauerte 10 bis 14 Tage.

Der Camino de Cruces war etwa 2,40 Meter breit – soweit es das Gelände zuließ. Der Weg war mit Steinen aus den Flüssen der Region gepflastert. Instandgehalten wurde er von Sklaven. Das Gelände durch das der Weg verläuft ist hügelig. An manchen Stellen gibt es Verjüngungen an der nur eine Person gleichzeitig passieren kann.

Während dem Goldrausch nutzten viele Glücksritter den Camino des Cruces um von der Ostküste der USA nach Californien zu reisen. Der Weg über Panama war sicherer als der Landweg.

Übersicht

Wandern auf dem Camino Real de Cruces
Die Wanderung auf dem Camino de Cruces kann ein tolles Abenteuer sein. Da man auf eigene Faust auf einem mehr schlecht als recht instandgehaltenen Weg durch den Urwald wandern kann bekommt man ein sehr intensives Erlebnis. Wenn man sich überschätzt, man sich verletzt oder verirrt kann es aber auch schnell ernst werden.
Der Abschnitt den man heute auf dem Camino de Cruces wandern kann ist 22 km lang und befindet sich zwischen dem Obst- und Gemüsemarkt Merca und dem ehemaligen Ort Venta de Cruces am Rio Chagres. Für den Abschnitt zwischen Venta de Cruces und Gamboa benötigt man zwingend ein Boot. Dies muß vorher organisiert werden.

Es gibt verschiedene Einstiegs- und Endpunkte für den Camino de Cruces. Man muß nicht die vollen 22 km wandern und man kann die verschiedenen Abschnitte auch in beiden Richtungen gehen.
A) Merca / Parkeingang
Die Parkverwaltung befindet sich gegenüber dem Großmarkt Merca. Achtung: es gibt von Merca aus keinen direkten Fußweg auf die andere Seite der Autobahn. Es ist besser sich direkt mit einem Taxi zur Parkverwaltung fahren zu lassen, da man sonst eine sechspurige Autobahn überqueren muss. Die Ausfahrt zur Parkverwaltung ist sehr kurz und man übersieht sie leicht. Man sollte den Fahrer darauf hinweisen, dass er langsam fahren soll, da viele die Einfahrt nicht genau kennen.

Tipp: In manchen Hallen des Marktes Merca gibt es im ersten Stock gute und günstige Restaurants.
Die Parkverwaltung besteht aus ein paar Häusern und wenigen Angestellten. Die Ranger geben einem einen Überblick über die Route und weisen einen auf die Gefahren hin. Manche der Mitarbeiter sind etwas überbesorgt. Das liegt wahrscheinlich an sehr sorglosen Touristen die denken die Wanderung ist ein Spaziergang im Stadtwald und dann in Probleme geraten sind. Vor dem Start muß man sich auch in ein Buch eintragen. Der Eintritt ist kostenlos. Unseres Wissens nach gibt es auch geführte Touren die man aber vorher organisieren muß.
Der Eingang zur Pfad befindet sich am Ende der Einfahrt rechts.
B) Carretera Madden (El Cañon)
Die Carretera Madden befindet sich etwa auf 50% des Weges von Merca nach Venta de Cruces. Am Straßenrand steht eine alte Kanone. Oft wird dieser Ort auch mit „El Cañon“ bezeichnet. Die Straße ist gut befahren und bildet die Grenze zwischen den Beiden Nationalparks Camino de Cruces und Soberania.
El Cañon eignet sich perfekt als Start- oder Entpunkt wenn man nicht die Volle Strecke wandern möchte. Außerdem kann man hier die Wanderung notfalls abbrechen wenn man nach der ersten Hälfte sich die zweite Hälfte des Weges nicht mehr zutraut.
An der Carretera Madden fahren auch Metro Busse von Albrook nach Chilibre. Leider kann man sich auf die Taktung nicht verlassen. Notfalls hält man ein Taxi an oder ruft ein Uber.
C) Kreuzung Camino de Cruces und Camino de la Plantacion
Die Kreuzung des Camino de Cruces und des Camino de la Plantacion ist leicht zu erkennen. An der Kreuzung befindet sich eine Tafel. Das Ende des Camino de la Plantacion ist ein paar hundert Meter weiter.
D) Ende Camino de la Plantacion
Der Camino de la Plantacion ist ein einfacher Wanderweg im Parque Nacional Soberania. Das letzten 500 Meter überschneiden sich mit dem Camino de Cruces. D.h. der Camino de la Plantacion eignet sich sehr gut als Start- oder Endpunkt für eine Wanderung auf dem Camino de Cruces.
Der Camino de la Plantacion ist deutlich häufiger frequentiert und einfacher zu wandern. Am Wochenende sind hier auch Mountainbiker unterwegs.
E) Venta de Cruces (Rio Chagres)
Venta de Cruces war ein Dorf am Ufer des Rio Chages. Dort wurde ein Wegzoll erhoben und die Reisenden stiegen auf Boote um. Heute liegen die Ruinen im augfestauten Gatun-See.
Um von Gamboa nach Venta de Cruces zu kommen (oder umgekehrt) benötigt man ein Boot. Es gibt eine Anlegestelle an der Straße nach Gambo.

Wichtig:Venta de Cruces is keine Haltestelle für die Boote auf dem Rio Chagres. Möchte man hier abgeholt werden, so muss man das vorher organisieren! Die Boote auf dem Rio Chagres werden einen ziemlich sicher zwischen den Bäumen nicht sehen. In Venta de Cruces gibt es Handy-Empfang aber man sollte sich nicht darauf verlassen.
F) Anlegestelle Gamboa
Die Anlegestelle in Gamboa befindet sich vor der Brück über den Rio Chagres. Normal ist es kein Problem ein Boot zu bekommen. Die Fahrt nach Venta de Cruces dauert weniger als 10 Minuten und kostet etwa 10 USD pro Person.
G) Parkplatz Camino de la Plantacion
Der Parkplatz eignet sich als ein weiterer Start- oder Endpunkt der Wanderung. An der Hauptstraße sollte man notfalls ein Taxi anhalten oder ein Uber rufen können.
Die Einfahrt zum Parkplatz sieht von der Hauptstraße recht unscheinbar aus. Der Parkplatz ist nach der Einfahrt links. Fährt man gerade aus weiter, dann kommt man zu einem Aussichtsturm.
Hier sind ein paar Kommentare zu den einzelnen Abschnitten:
Merca – El Cañon (Carretera Madden)
Ausrüstung
Für die Wanderung sollte man sich sich gut überlegen was man mitnimmt. Hier ein paar Gedanken:
- Wasser: Wir empfehlen für die gesamte Strecke von 22 km mindestens vier Liter Wasser pro Person. Bei vier Litern kann es passieren, dass man mit leeren Flaschen ins Ziel einläuft. Mit fünf Litern sollte man auf der sicheren Seite sein. Bei kürzeren Strecken reicht entsprechend weniger.
- Wasserfilter: Um den Wasserbedarf zu reduzieren kann es Sinn machen einen Wasserfilter mitzuführen. Auf der gesamten Strecke überquert man zahlreiche kleinere und größere Bäche in denen sich auch in der Trockenzeit zumindest Tümpel befinden. Bitte den Wasserfilter vorher testen um damit vertraut zu sein.
- Schuhe: Wir empfehlen feste Wanderschuhe. Wir sind den Weg noch nicht in der Regenzeit gelaufen. Es ist zu erwarten, dass Ihr in der Regenzeit nasse Füße bekommt und der Weg schwieriger (schlammiger/rutschiger) wird. Von der Überquerungen von Bächen und kleinen Flüssen in der Regenziet sollte man nicht überrascht sein.
- GPS: Für eine bessere Orientierung macht es Sinn eine Karte offline auf dem Handy zu speichern. Zum Beispiel mit Apps wie Maps.me. Die App vorher testen!
- Handy: Um den Stromverbrauch des Handys zu verringern sollte man es in den Flugzeugmodus schalten. Ein Handy das ständig versucht sich mit dem nicht vorhandenen Netz zu verbinden benötigt viel Strom. Habt auf jeden Fall eine lokale Sim-Karte dabei mit der ihr, wenn es Netz gibt, notfalls anrufen könnt.
- Moskitos: In der Trockenzeit gibt es deutlich weniger Moskitos. Ein Spray mit DEET ist aber trotzdem keine schlechte Idee.
- Sonnencreme: Es gibt nur wenige Abschnitte in denen man der direkten Sonne ausgesetzt ist. Wer schnell einen Sonnenbrand bekommt sollte Sonnencreme mitnehmen.
- Kleidung: Es gibt Stellen an denen man durch hohes Gras, Gebüsch oder durchs Unterholz muß. Eine lange Wanderhose sollte man haben. Um die Arme zu schützen macht es auch Sinn ein Funktions-Shirt mit langen Ärmeln zu haben. Selbst bin ich im T-Shirt gewandert aber lange Arme im Urwald sind keine schlechte Idee.
- Medikamente: Auf dem Weg ist man mehrere Stunden von der Zivilisation entfernt. Kleine Probleme können hier große Folgen haben. Ich empfehle auf jeden Fall ein Schmerzmittel wie Ibuprofen das man im Notfall nehmen kann um wieder aus dem Wald zu kommen. Außerdem habe ich gerne ein Antihistaminikum dabei das gegen Juckreiz bei Stichen und gegen allergische Reaktionen hilft.
- Klopapier: Erklärt sich von selbst.
- Snacks: Je nach Länge eurer Wanderung solltet ihr euch Vesper und Snacks mitnehmen.
Sonstige Tipps
- Früh aufbrechen.
- Kraft richtig einschätzen.
- Wie gut ist euer Orientierungssinn. Wie gut könnt ihr Spuren lesen. Habt ihr ein Gefühl für den Weg.
Sagt jemanden Bescheid auf welchem Abschnitt ihr lauft und wann ihr spätestens wieder zurück sein wollt.
Warnung
Bei unserer Wanderung auf dem Camino de Cruces sind uns Touristen begegnet die die Wanderung nicht ernst genommen haben.
Wir haben ein holländisches Paar gesehen die am Nachmittag vom Ende des Camino de Plantacion auf den Abschnitt in Richtung El Cañon abgebogen sind. Ausgestattet waren sie mit Sandalen, jeder hatte eine 1L Flasche Wasser, und sie hatten eine Umhängetasche. Dies ist absolut fahrlässig.
Quellen
[1] Courtesy of The Linda Hall Library of Science, Engineering & Technology
[2] WikiMedia: Die verwendeten Bilder und Karten sind in der Public Domain
[3] Open Street Map : https://www.openstreetmap.org/
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