Am 9. Oktober 2026 um 12:56 Uhr Ortszeit bebte die Erde in Panama.
Laut einem Lagebericht der UN betrug die Magnitude 7,6 [OCHA26]. Laut dem United States Geological Survey (USGS) lag der Herd in rund 12 km Tiefe.
Damit war das Beben eines der stärksten seit langer Zeit.
Das Epizentrum lag auf der Azuero-Halbinsel, rund 40 km nordwestlich vom Ort Tonosí.
Nach Stand vom 12. Oktober wurden nach Angaben der Behörden keine Todesopfer gemeldet.
Allerdings gab es erhebliche Schäden auf der Azuero-Halbinsel und im Landesinneren.
Azuero-Halbinsel am stärksten betroffen
Tonosí lag dem Epizentrum am nächsten und war besonders stark betroffen.
Hier fielen Wasser und Strom aus und Landstraßen wurden beschädigt, was die Arbeiten erschwerte. Häuser stürzten ein und Menschen schliefen im Freien.
Es gab noch weitere Schäden, darunter in:
- Los Santos: eingestürzte Wohnhäuser, Schäden an Kirchen, Behördengebäuden und Straßen. In La Villa de los Santos wurden eine historische Kirche und Kolonialgebäude beschädigt. Im beliebten Urlaubsort Playa Venao ist ein Hostal eingestürzt.
- Herrera: beträchtliche Schäden an Schulen und Kirchen, Evakuierungen in Chitré.
- Coclé: In Penonomé wurden ein Verwaltungsgebäude und die Kathedrale stark beschädigt. Außerdem ist ein Hotel eingestürzt.
- Veraguas: Risse an Gebäuden, darunter Feuerwachen in Santiago und Soná. In Soná ist ein Teil des Hauses des Ex-Präsidenten Martinelli eingestürzt.
- Chiriquí: 49 beschädigte Wohnhäuser, 80 beschädigte Schulen. Ein Wassertank wurde beschädigt, ein Wasserwerk und eine ländliche Wasserleitung bekamen Risse [OCHA26].
Bis zum 11. Oktober meldete La Prensa bereits mehr als 1.200 betroffene Wohnhäuser. Das Bildungsministerium (MEDUCA) meldete über 400 beschädigte Schulen [OCHA26]. In Los Santos und Veraguas wurden zahlreiche Straßen beschädigt.
Auswirkungen in der Hauptstadt
In der Hauptstadt wurden viele Gebäude evakuiert. Die Menschen waren teilweise mehrere Stunden auf der Straße.
Im Parque Omar übernachteten Menschen in Zelten.
Weitere Beeinträchtigungen waren:
- Wasserversorgung: Wegen Schäden am Wasserwerk in Chilibre lief es nur auf 20 %, was Teile der Hauptstadt beeinträchtigte.
- Metro: Der Betrieb der Metro wurde für 40 Stunden eingestellt.
- Stau: In der Metropolregion kam es auf einigen Routen zum Verkehrskollaps.
- Flughafen Tocumen: Der Flughafen wurde kurzzeitig geschlossen, Flüge wurden umgeleitet. Der Betrieb lief am selben Tag wieder an.
- Schulen und Behörden: Der Unterricht fiel landesweit aus, staatliche Einrichtungen stellten am Freitag die Arbeit ein [Telemetro26].
- Panamakanal: Der Betrieb läuft laut Kanalverwaltung normal weiter, Techniker prüfen die Anlagen.
Einige Hauptstädter bevorzugten es, die Nacht bei Verwandten in einfachen Häusern zu verbringen. Einige sind besorgt, in ihre Wohnungen zurückzukehren.
Nachbeben und Tsunami-Warnung
Bis zum 11. Oktober registrierte das IGC-UP mehr als 200 Nachbeben, fünf davon mit einer Stärke von 6,0 oder mehr [OCHA26].
Es gab keinen größeren Tsunami. Auf der Isla Cañas drang Wasser in küstennahe Häuser ein.
Auf der Seite sismolive.mupa.gob.pa gibt es eine Live-Überwachung der Beben in Panama.
Zum Beispiel gibt es dort ein Diagramm, das den zeitlichen Verlauf der Nachbeben zeigt:

Hintergrund: Wie oft bebt es in Panama?
Schwere Beben sind in Panama selten.
Das Beben vom 9. Oktober zählt zu den stärksten in Panama seit Beginn der historischen Aufzeichnungen.
Eine genaue Rangfolge ist schwierig, da historische Magnituden je nach Quelle und Berechnungsmethode variieren.
Die Azuero-Halbinsel wurde schon 1913 und 1943 von zwei starken Beben getroffen [PVE].
| Jahr | Region | Magnitude |
|---|---|---|
| 1991 | Limón (Costa Rica) und Bocas del Toro | 7,6 |
| 1943 | Azuero, Coclé | 7,1 |
| 1934 | Puerto Armuelles (Chiriquí) | 7,6 |
| 1913 | Tonosí (Los Santos) | 6,9 |
| 1882 | Golf von San Blas | 7,9 |
Erst im August war ein Beben der Stärke 7,4 in Kolumbien bis nach Panama zu spüren. Was damals hier ankam, steht in Erdbeben in Kolumbien: Was in Panama zu spüren war.
Ingenieurskunst oder Glück?
Dieses Jahr wurden bereits Venezuela und Kolumbien von ähnlich starken Beben heimgesucht – mit deutlich größeren Schäden und zahlreichen Toten.
In sozialen Medien wird das Beben in Panama gerade mit denen in Kolumbien und Venezuela verglichen und die überlegene Bautechnik in Panama hervorgehoben:
„Die Wolkenkratzer von Panama-Stadt haben einem Beben von 7,6 standgehalten und in Caracas sind die Gebäude kollabiert.“
Auch wenn die panamaischen Ingenieure diesen Test bestanden haben, so sollte man doch erwähnen, dass das Epizentrum gut 200 km von der Hauptstadt entfernt lag.
Große Städte wie Caracas (Venezuela) und Pereira (Kolumbien) lagen deutlich dichter am jeweiligen Epizentrum.
Dazu kommt, dass das Beben in Kolumbien tiefer stattfand: in etwa 116 km Tiefe. Dadurch waren die Schockwellen in größerer Entfernung stärker zu spüren.
In Venezuela war das Beben – wie in Panama – oberflächennah, aber es ereigneten sich zwei Brüche kurz hintereinander [Prensa26a].
Folgende Karte zeigt die Intensität des Bebens in Panama.

Panama-Stadt lag nach dieser Karte in Stufe V („moderat“):
Die Erschütterungen waren deutlich spürbar, Gegenstände konnten sich bewegen und Geschirr klappern. Größere Schäden sind auf dieser Intensitätsstufe normalerweise nicht zu erwarten.
Je nach Eigenfrequenz, Bauweise und Untergrund können Gebäude unterschiedlich stark auf dieselben Erschütterungen reagieren.
In Panama-Stadt stehen manche Stadtteile wie Paitilla und Punta Pacífica auf Fels nahe der Oberfläche, andere wie Costa del Este und Santa María auf weichen Tonschichten. Weicher Boden kann die Erschütterungen verstärken [Prensa26a]. Hohe Gebäude werden in der Regel auf Pfähle gebaut, die bis auf den Felsen reichen.
Ein beeindruckendes Beispiel, bei dem man die an Erdbeben angepasste Bauweise in Aktion sieht, war die Puente Atlántico bei Colón. Die Puente Centenario in Panama-Stadt hat eine ähnliche Bauweise.
Fazit
Für Panama war das Beben am 9. Oktober außergewöhnlich stark.
Historische Aufzeichnungen zeigen jedoch, dass die Azuero-Halbinsel bereits früher von starken Erschütterungen betroffen war.
Auch wenn es zahlreiche größere Schäden gab, so waren bis zum 12. Oktober glücklicherweise keine Todesopfer zu beklagen.
Dies lag auch daran, dass das Beben in einem ländlichen Gebiet stattfand und sich die starken Erschütterungen wegen der geringen Tiefe weniger weit ausbreiteten.
Im Moment laufen die Hilfslieferungen für die am stärksten betroffenen Regionen auf der Azuero-Halbinsel.
Anmerkung: Die Schadensbilanzen und Erdbebendaten sind vorläufig und werden fortlaufend aktualisiert. Die genannten Zahlen beziehen sich jeweils auf den angegebenen Meldestand.
Quellen
[OCHA26] OCHA: Panamá: Terremoto en Azuero y Veraguas, Informe de Situación No. 02, 11.10.2026.
[Prensa26a] Yolanda Sandoval: ¿Por qué no se pueden comparar los terremotos de Venezuela y Panamá?, La Prensa, 10.10.2026.
[Prensa26b] EFE: Cerca del epicentro del terremoto en Panamá: sin agua ni luz mientras todo sigue temblando, La Prensa, 11.10.2026.
[PVE] Panamá Vieja Escuela: Lista de los sismos más fuertes que han azotado Panamá.
[Telemetro26] Telemetro: EN VIVO: Sismo en Panamá, suspenden clases y funciones de entidades públicas, Telemetro, 09.10.2026.
[USGS26] U.S. Geological Survey: M 7.7 – 12 km WSW of Pitaloza Arriba, Panama.
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