Du möchtest etwas Panama-Stimmung in Dein Leben holen und einmal ein Konzert mit einheimischen Bands besuchen?
Hier stelle ich vier Bands vor, die grundverschieden sind und live auftreten.
Shorty & Slim — die Musik der alten Kanalzone
Shorty & Slim wurde Anfang der neunziger Jahre von David Seitz und Alex Reyes gegründet. Beide sind Zonians: so nennt man hier die Amerikaner, die in der ehemaligen Kanalzone aufgewachsen sind. Die Lieder sind auf Englisch, auf Spanisch, oft gemischt, und sie erzählen fast alle vom Kanal und von dem Streifen Land drumherum.
Ein Lied ist zum Beispiel über den camarón. Ein camarón ist in Panama ein Gelegenheitsjob — und das Wort ist nichts anderes als eine Verballhornung von come around. Die Amerikaner sagten zu den Panameños: „Come around tomorrow morning.“ Daraus wurde camarón.
Auftritte gibt es meist in der alten Kanalzone, in Restaurants und Bars. Angekündigt wird das über Instagram — Slim postet dort recht zuverlässig, wenn etwas ansteht.
La Tribu — Rock aus Guna Yala
La Tribu kommt aus Guna Yala und verbindet Rockmusik mit Instrumenten aus der Region. Dazu Gesang auf Spanisch oder in der eigenen Sprache. Die Band ist damit weit gekommen, bis nach Japan und Brasilien.
Wenn ich mich richtig erinnere, ist der Gitarrist Musiklehrer und stammt von der Insel Carti Sugdub — der Insel, die vor einigen Jahren durch die Nachrichten ging, weil das Dorf wegen des steigenden Meeresspiegels aufs Festland umgesiedelt werden musste. Er lebt heute in der neuen Siedlung und unterrichtet dort.
Ich kann Dir ein Konzert von La Tribu wirklich nur ans Herz legen. Nur ist es von allen vieren am schwersten, überhaupt eines zu erwischen: Sie treten unregelmäßig auf, und es gibt keine Seite, auf der das angekündigt wird. Der beste Trick ist, Shorty & Slim auf Instagram zu folgen. Dort wird es manchmal erwähnt. Häufig sind es ohnehin dieselben Orte in der Kanalzone.
Alfredo Escudero — mein Lieblingsmusiker in Panama
Alfredo Fello Escudero hat den Beinamen Rey de la Cumbia. Seine Frau Leonidas Moreno ist die Reina de la Saloma. Die beiden stehen seit über sechs Jahrzehnten auf der Bühne.
Für mich transportiert Alfredo das Lebensgefühl Panamas besser als jeder andere. Das Jauchzen im Gesang wird saloma genannt. Die saloma hat ihre Wurzeln in der ländlichen Bevölkerung und diente unter anderem dazu, sich über größere Entfernungen bemerkbar zu machen.
Auf Alfredos Instagram werden die Konzerte monatlich angekündigt, und das Pensum ist beachtlich: An einem Wochenende spielen sie in Colón, in La Chorrera und auf der Halbinsel Azuero. Die beiden sind allerdings nicht mehr jung. Wie lange sie das noch machen, weiß niemand. Leonidas tritt nur noch selten auf.
Alejandro Torres — dieselbe Musik, eine Generation später
Alejandro Torres macht música típica, die traditionelle Musik Panamas. Wenn Alfredo Escudero die alte Generation ist, dann ist Alejandro Torres die junge. Er tritt häufig auf, im ganzen Land, und auch bei ihm findest Du die Termine auf Instagram.
Seinen Auftrittsplan findest Du auf Instagram.
Wie Du an Konzerttermine kommst
Instagram ist die beste Anlaufstelle.
Ein Tipp, der sich lohnt: Halt Ausschau nach Terminen, an denen mehrere Künstler nacheinander auftreten.
Alfredo Escudero und Alejandro Torres stehen manchmal am selben Abend auf derselben Bühne. Dann bekommst Du beide Generationen an einem Abend.
Fazit
Die vier Beispiele zeigen, wie unterschiedlich panamaische Musik sein kann: Zonians, die über das Leben in der ehemaligen Kanalzone auf Englisch und Spanisch singen, Guna-Musiker, die Rock mit traditionellen Instrumenten verbinden, und zwei Generationen der música típica.
Wenn Du Panama nicht nur als Urlaubsziel kennenlernen möchtest, sondern ein bisschen von der Kultur des Landes verstehen willst, ist ein Konzert wahrscheinlich einer der einfachsten Wege dorthin.
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