Am 25. August wurde in Panama der nationale Notstand ausgerufen.
Der Grund ist El Niño – ein Wetterphänomen, das in Panama vor allem eines bedeutet: Wasser wird knapp.
Die Regierung rechnet damit, dass die Auswirkungen bis mindestens März 2027 anhalten [Prensa26a].
Was ist El Niño
In einem El-Niño-Jahr erwärmt sich der tropische Pazifik über das Normale hinaus. Für Panama heißt das auf der Pazifikseite weniger Regen. Auf der Karibikseite ist es umgekehrt: Dort fällt derzeit mehr Regen als üblich [Prensa26b].
Im Jahr 2024 gab es bereits einen El Niño, der weltweit zu Schlagzeilen geführt hat. Der Transit durch den Panamakanal musste damals um bis zu 40 Prozent reduziert werden [Prensa26c].
El Niño 2026
Seit Mai 2026 wirkt sich El Niño bereits deutlich auf das Wetter aus.
Laut dem Meteorologie-Institut IMHPA ist von Mai bis August landesweit deutlich weniger Regen gefallen – in Teilen der Pazifikregion bis zu 60 Prozent weniger [Prensa26b].
Der Höhepunkt wird im Oktober, November und Dezember erwartet.
Einige Flusspegel sind bereits sehr niedrig, was sich auch auf Stauseen und Wasserkraftwerke auswirkt [Prensa26b].
Die Folgen beschränken sich allerdings nicht auf den Panamakanal. Auch bei der Wasserversorgung gibt es bereits Probleme. Besonders betroffen sind Regionen wie die Strände westlich von Panama-Stadt [Prensa26e].
Gleichzeitig leidet die Landwirtschaft unter der Trockenheit, was sich letztlich auch auf die Preise von Lebensmitteln auswirken kann [Prensa26f].
Auswirkungen auf den Panamakanal
Der Zusammenhang ist eine Kette:
Weniger Regen → weniger Wasser in den Stauseen Gatún und Alajuela → weniger Wasser für Trinkwasser und für den Kanalbetrieb → Einschränkungen für die Schiffe.
Der Gatúnsee wird durch Regen und Zuflüsse gespeist. Bei jeder Schleusung fließt Süßwasser ins Meer ab.
Aus denselben Wasserreserven kommt aber auch das Trinkwasser für einen großen Teil der Bevölkerung Panamas. Schiffe und Haushalte teilen sich denselben Vorrat [Prensa26c].
Die Kanalbehörde hat den zulässigen Tiefgang in diesem Jahr dreimal gesenkt, zuletzt am 15. August auf 48,5 Fuß (normal sind 50). Ab dem 4. September sinkt zusätzlich die Zahl der täglichen Durchfahrten von 36 auf 34, ab dem 15. September auf 32 [Prensa26c].
Fazit
El Niño ist ein regelmäßig wiederkehrendes Phänomen. Panama muss deshalb auch in Zukunft mit solchen Trockenperioden rechnen.
Genau deshalb versucht das Land, seine Wasserreserven langfristig auszubauen.
Panama begegnet dem Wassermangel in El-Niño-Jahren mit einem neuen Stausee am Río Indio. Die Kanalbehörde hat die Mittel dafür im Februar 2025 bewilligt.
Die Bauzeit wird auf rund sechs Jahre veranschlagt.
Der Stausee soll Wasser für den Kanalbetrieb speichern und zugleich Trinkwasser für mehr als die Hälfte der Bevölkerung liefern [Prensa26d].
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Quellen
[Prensa26a] La Prensa, 26.08.2026: Declaran estado de emergencia por el fenómeno de El Niño.
[Prensa26b] La Prensa, 26.08.2026, Henry Cárdenas P.: Tres meses bajo El Niño: así cambió el mapa de lluvias de Panamá.
[Prensa26c] La Prensa, 23.08.2026, Yolanda Sandoval: El agua vuelve a poner al Canal de Panamá bajo presión: noviembre será clave.
[Prensa26d] La Prensa, 01.08.2026, Adriana Calderón: Río Indio: entre la seguridad hídrica y el desarrollo territorial.
[Prensa26e] La Prensa, 26.08.2026, Yaritza Mojica: Sector de playas en alerta por el agua; levantan un dique en Chame ante ‚Súper Niño‘ .
[Prensa26f] La Prensa, 02.08.2026, Alex E. Hernández: El Niño dibuja tres escenarios para el agro panameño.
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2 Kommentare
HF
Sehr interessant, bitte weiter so.
Stefan Warwas
Freut mich, danke für das Feedback!