Warum in Panama immer noch „+ 7 %“ auf dem Preisschild steht

Ein kleines nerviges Detail in Panama ist, dass die Umsatzsteuer (ITBMS) oft erst an der Kasse aufgeschlagen wird.

Genau das sollte seit dem 19. Juni 2026 verboten sein [Rod26].

Ist es aber nicht. Warum erfährst Du hier.

Der Preis, den Du siehst, ist der Preis, den Du zahlst

Das neue Gesetz zum Precio Único (Ley 473 de 2025) wurde am 19. Juni 2025 in der Gaceta Oficial veröffentlicht [Ens25].

Es besagt, dass in Geschäften und Verkaufskanälen immer der Endpreis angegeben werden muss – inklusive der gesetzlich anfallenden Steuern und Abgaben.

Das gilt nicht nur für Waren, sondern ausdrücklich auch für Dienstleistungen — also etwa für die Werkstatt oder die Handy-Aufladung [Rod26].

An der Rechnung selbst ändert sich nichts. ITBMS und andere Steuern werden dort weiterhin separat ausgewiesen.

Es geht ausschließlich darum, welchen Preis Du vor dem Bezahlen angezeigt bekommst.

Warum es trotzdem noch nicht gilt

Am 18. Juni 2026 – einen Tag vor dem Inkrafttreten – hat die Regierung die Ley 531 erlassen.

Sie verschiebt den Start um ein Jahr [Rod26].

Der neue Termin ist der 1. Juli 2027.

Die Verbraucherschutzbehörde ACODECO begründete die Verschiebung damit, dass die Unternehmen dafür ihre Systeme umstellen müssen.

Es sei eben nicht so einfach, wie einen Knopf umzulegen — bei manchen Betrieben liege die Datenverwaltung sogar im Ausland.

Am Inhalt des Gesetzes hat die Verschiebung nichts geändert. Nur am Datum.

Warum kommt das Gesetz überhaupt?

Ein Hauptgrund für das neue Gesetz ist es, Händlern zu erschweren, die Umsatzsteuer (ITBMS) zu hinterziehen.

Besonders auffällig ist es bei sogenannten „Chinos“ (Tante-Emma-Läden): Man bekommt praktisch nie einen Kassenzettel.

Auch bei Dienstleistern bekommt man manchmal die Frage: „Mit oder ohne Rechnung?“

Genau solche Verkäufe sind für die Steuerbehörden schwerer zu kontrollieren.

Das Finanzministerium schätzt die jährliche hinterzogene Summe auf über 1 Mrd. USD [Ens25].

Für Panama ist das eine erhebliche Summe.

Fazit

Bis zum 1. Juli 2027 bleibt also alles beim Alten.

Erst dann muss der Preis, den Du im Geschäft oder online siehst, grundsätzlich auch der Endpreis sein.


Quellen

[Rod26] Rodríguez, Mirta: Ejecutivo aplaza la entrada en vigor de la ‚ley de precio único‘. La Estrella de Panamá, 18.06.2026.

[Ens25] En Segundos Panamá: Nueva ley exige mostrar precios finales en comercios con impuestos y cargos incluidos. 20.06.2025.


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