Panama baut: Metro Linie 3 und die vierte Kanalbrücke

In Panama-Stadt werden gerade zwei Großbauprojekte durchgeführt, die das Leben der Panameños in den nächsten Jahren deutlich verändern werden.

In diesem Artikel gebe ich eine Übersicht über den aktuellen Stand der Arbeiten.

Das Nadelöhr

Der Kanal trennt die Hauptstadt vom Westen des Landes.

Bis 1962 musste man Fähren nehmen. Der Bau der ersten Kanalbrücke, der Puente de las Américas, im Jahr 1962 veränderte die Stadt. Die neue Brücke erleichterte anschließend die Verbindung mit dem Westen und beschleunigte die Entwicklung der Metropolregion.

Über die Jahrzehnte wuchs die Hauptstadt immer weiter. Mit den steigenden Preisen im Stadtzentrum zogen immer mehr Menschen auf die andere Seite des Kanals nach La Chorrera und Arraiján.

Irgendwann reichte die Brücke nicht mehr: Sie war für 9.500 Fahrzeuge am Tag geplant, 2004 fuhren täglich 35.000 über sie.

Im Jahr 2004 wurde mit der Puente Centenario die zweite Kanalbrücke gebaut.

Mittlerweile reicht auch diese Brücke nicht mehr. Es gibt Menschen, die täglich stundenlang im Stau stehen, nur um zur Arbeit zu kommen. Falls ein Unfall passiert, kollabiert der Verkehr komplett.

Im Moment wird die Metro Linie 3 von Albrook nach Ciudad del Futuro gebaut. Sie wird durch einen Tunnel 65 Meter unter dem Kanal durchgehen.

Eine weitere Autobahnbrücke über den Kanal wird parallel zur alten Puente de las Américas gebaut.

Beide Projekte werden das Nadelöhr über den Kanal deutlich verbessern.

Zwei Großprojekte, ein Termin

Beide Großprojekte sind bereits deutlich fortgeschritten.

Der aktuelle Fortschritt und die Fertigstellungsdaten:

  • Metro Linie 3 + Tunnel: rund 79 % fertig (Stand Juni 2026), Fertigstellung 2. Halbjahr 2028
  • Kanalbrücke: rund 40 % fertig (Stand Mitte 2026), Fertigstellung Ende 2028

Metro Línea 3

Die Strecke ist knapp 25 Kilometer lang und bekommt 11 Stationen, von Albrook bis Ciudad del Futuro in Arraiján.

Die geplante Kapazität liegt bei 30.000 Fahrgästen pro Stunde und Richtung. Für die Anfangsphase werden rund 160.000 Nutzer täglich erwartet.

Anders als die Linien 1 und 2 wird die Linie 3 keine gewöhnliche Metro, sondern eine Monorail.

Die 26 Züge sind bereits vollständig geliefert. Seit dem ersten Halbjahr 2026 laufen die ersten Fahrtests auf einem etwa sechs Kilometer langen Abschnitt.

Der schwierigste Teil ist der Tunnel unter dem Kanal.

Am 18. September 2024 begann die deutsche Tunnelbohrmaschine ihre Arbeit auf der anderen Kanalseite und kam am 2. Februar 2026 bereits auf der Stadtseite wieder heraus.

Im Moment wird die Tunnelbohrmaschine überholt, um den letzten Tunnelabschnitt bis Albrook zu bauen, wo sich der Umstieg zur Metro Linie 1 befindet.

Die Hochtrasse der Metro ist zu rund 82 Prozent fertig, der unterirdische Abschnitt erst zu etwa 47 Prozent.

Auch die Stationen sind unterschiedlich weit — Ciudad del Futuro steht bei rund 97 Prozent, Panamá Pacífico bildet mit gut der Hälfte das Schlusslicht.

Die Fertigstellung ist für das zweite Halbjahr 2028 angekündigt.

Die vierte Brücke

Die Bauarbeiten an der vierten Kanalbrücke — bzw. der dritten in Panama-Stadt — begannen am 27. August 2024.

Zur Jahresmitte 2026 lag der Fortschritt bei rund 40 Prozent, verteilt auf mehr als zwei Dutzend Baustellen, die gleichzeitig laufen.

Im Moment werden die Fundamente der Pfeiler gebaut. Ebenfalls wurde ein Teil des Cerro Sosa abgetragen, um Platz für die Fahrbahn zu schaffen.

Am Hafen von Balboa werden bereits die ersten Pfeiler gebaut.

Auf der Baustelle arbeiten derzeit rund 2.000 Menschen, laut Bauministerium sollen es im Lauf des Jahres 3.000 werden.

Der Bau der eigentlichen Fahrbahn soll erst Mitte 2027 begonnen werden.

Übergeben werden soll die Brücke Ende 2028.

Es ist geplant, dass die Brücke Maut kosten wird. Wie hoch diese sein wird, ist noch nicht beschlossen.

Die alte Puente de las Américas bleibt als kostenlose Alternative bestehen.

Was das für den Westen bedeutet

Heute erkaufen sich Menschen günstigere Immobilienpreise mit Lebenszeit, die sie im Auto verbringen.

Die Metro Linie 3 gibt den Menschen auf der anderen Kanalseite eine Möglichkeit, dem Stau zu entkommen.

Vielen Menschen in Panamá Pacífico ist es kaum möglich, „mal eben“ ins Zentrum zu fahren.

Die alte Puente de las Américas ist in die Jahre gekommen und müsste dringend renoviert werden.

Ohne die dritte Brücke ist dies praktisch nicht möglich.

Fazit

Beide Projekte werden bitter von den Panameños benötigt.

Unentschlossenheit in der Politik hat signifikante Mehrkosten und jahrelange Verzögerungen verursacht.

Wenn alles gut geht, wird 2028 ein großes Jahr für die Stadtentwicklung diesseits und jenseits des Kanals.

Zehntausende Pendler hoffen auf deutlich weniger Zeit im Stau. Die Metro verspricht, die Fahrtzeit auf 37 Minuten zu verkürzen.

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Ein Kommentar

  1. Jörg

    Ich danke dir sehr für deine Infos und Mühe. Ich lese alle Newsletter und werde 2028, pünktlich zur voraussichtlichen Fertigstellung der Projekte, mein Rentnervisum beantragen. Ich freu mich schon diebisch 😉

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