Warum Panama-Stadt keinen Strand hat – und wo Einheimische stattdessen baden gehen

Beim Gedanken an Panama-Stadt kommen den meisten sofort Bilder der imposanten Skyline, der Containerschiffe am Ozean und des tropischen Klimas in den Sinn.

Das Gehirn vervollständigt dieses Bild automatisch und ergänzt Strände wie in Rio de Janeiro oder Miami Beach.

Wenn man dann in Panama-Stadt ankommt, sucht man den Traumstrand vergebens.

Warum das so ist und wo Bewohner der Hauptstadt stattdessen baden gehen, erfährst Du hier.

Wo liegt das Grundproblem?

Panama-Stadt befindet sich in einer Bucht (Golfo de Panama), die nach Süden geöffnet ist.

Deshalb treffen die Wellen des Pazifiks hier nicht mit voller Wucht auf die Küste.

Die Küste ist flach und schlammig.

Bei Ebbe zieht sich das Meer an vielen Stellen mehrere hundert Meter zurück.

Außerdem wurde die Cinta Costera an der Avenida Balboa künstlich aufgeschüttet, um Land zu gewinnen.

Die ehemaligen Strände gingen seit den 1960er Jahren durch Landgewinnung verloren [Prensa19].

Wasserqualität

Es gibt ein paar wenige kleine Strände in Panama-Stadt: zum Beispiel im Parque Paitilla, am Beginn der Cinta Costera, im Bereich der Altstadt oder am Punta Culebra.

Manchmal sieht man an manchen der Strände sogar Jugendliche im Wasser.

Allerdings ist das nicht zu empfehlen.

Noch immer gelangt bei Starkregen und über einzelne Einleitungen Abwasser in die Bucht.

Andere Probleme

Hin und wieder werden an der Küste Krokodile gesichtet.


Wo gehen Bewohner von Panama-Stadt wirklich schwimmen?

Wer in Panama-Stadt lebt, geht an diese Strände:

  1. Playa Bonita / Veracruz (20-40 Minuten Auto): Hinter der Puente de las Américas. Bei Flut kann man ins Wasser. Hier gibt es sogar ein wenig Wassersport. Es gibt Restaurants mit Meerblick. In derselben Gegend stehen unter anderem die Resorts Westin und Dreams.
  2. Isla Taboga (30–45 Minuten Fähre): Taboga liegt direkt in Sichtweite vor der Stadt. Fähren fahren täglich vom Amador Causeway. Ein beliebter Wochenendausflug für Hauptstädter.
  3. Nueva Gorgona & Coronado (1,5 – 2 Stunden Auto): Entlang der Panamericana Richtung Westen. Kilometerlange Strände mit Gastronomie und Expat-Infrastruktur.
  4. Perleninseln (1,5 Stunden Fähre / 20 Min. Flug): Inseln wie Contadora und Saboga sind ein Paradies. Tolle Sandstrände mitten im Pazifik.
  5. Karibik (ca. 1,5–3 Stunden): Playa Diablillo bei Colon, Playa Blanca bei Portobelo und Isla Grande bieten karibische Sandstrände – ideal für Wochenendausflüge.

Natürlich gibt es auch Schwimmbäder: Hier geht es zu unserem Ratgeber zum Thema Schwimmen und Pools in Panama-Stadt.


Fazit

Leider spielt das Meer im Alltag der Hauptstadteinwohner keine große Rolle.

Wassersport ist eher eine Randerscheinung von gut betuchten.

Mit dem Projekt Saneamiento de la Bahía de Panamá wird die Wasserqualität in der Bucht von Panama-Stadt seit Jahren schrittweise verbessert.

Es gab schon große Fortschritte, allerdings ist es ein Projekt über Jahrzehnte.

Im Jahr 2019 hatte der ehemalige Bürgermeister von Panama-Stadt, Fábrega, die Idee, den Strand von Calidonia und Bella Vista wiederherzustellen [Prensa19].

Die Pläne wurden wegen Protesten gegen die Kosten in Höhe von 120 Mio. USD wieder fallen gelassen.

Wer in Panama-Stadt lebt, muss auf den Strand also nicht verzichten – man plant ihn einfach als Ausflug und nicht direkt vor der Haustür.


[Prensa19] Ohigginis Arcia Jaramillo: El costo de rescatar la playa, 60 años después, La Prensa, 24.7.2019.

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