Trinkgeld in Panama — muss man, und wie viel?

„Wie viel Trinkgeld gibt man in Panama?“ – eine Frage, die sich viele vor der Reise oder dem Umzug stellen.

Allgemein: In Panama wird relativ wenig Trinkgeld gegeben.

Hier ein paar Beispiele, bei denen Trinkgeld erwartet wird, und wie viel man etwa geben sollte.

Im Restaurant – „con el 10 %“

Das Restaurant ist der Ort, an dem man am ehesten Trinkgeld zahlt.

Auf der Rechnung steht oft unterhalb des Rechnungsbetrags ein Vorschlag für das Trinkgeld: z. B. 10 %, 20 %, 30 % und der entsprechende Geldbetrag.

Wenn man selbst nichts sagt und auch der Kellner von sich aus nichts sagt, dann wird normal kein Trinkgeld abgerechnet.

Meist fragt der Kellner so etwas wie:

  • „¿Quiere agregar la propina?“ – Möchten Sie das Trinkgeld hinzufügen?
  • „¿Con la propina?“ – Mit Trinkgeld?

Einheimische antworten hier durchaus mit „nein“. Trinkgeld ist keine Pflicht, und wenn der Service nicht gut war, dann kann man es durchaus ablehnen.

Üblich sind 10 % Trinkgeld.

Wenn Dich die Bedienung fragt, dann antwortest Du einfach „Con el diez por ciento“ – mit den 10 %.

Tipp: Wenn Du eine Rechnung über z. B. 46,60 USD bekommst und Du der Bedienung 50 USD gibst und sagst „está bien“ (passt so) oder wie in Deutschland „Fünfzig“ sagst, dann wird dies in der Regel nicht verstanden und die Bedienung bringt Dir das Wechselgeld.

Tipp: In Panama ruft man die Bedienung oder anderes Personal mit joven („junge Person“). „Joven“ ist in Panama eine höfliche und sehr verbreitete Anrede für Servicepersonal und hat nichts mit dem tatsächlichen Alter der Person zu tun.

Auf öffentlichen Parkplätzen: die „Biencuidaos“

Eine unangenehme Art von „Trinkgeld“ trifft man auf öffentlichen Parkplätzen oder am Straßenrand in Städten.

Die „Biencuidaos“ sind Personen, die sich einen Gehsteig oder einen öffentlichen Parkplatz zu eigen machen und dort kassieren, als ob sie die offiziellen Parkwächter wären.

Biencuidao kommt von „bien cuidado“ – „gut aufgepasst/behütet“. Dies ist der Spruch, den der „Parkwächter“ zu einem sagt, wenn man sein Auto abgestellt hat und aussteigt.

Sehr häufig trifft man Biencuidaos zum Beispiel in der Altstadt von Panama-Stadt und Umgebung.

Teilweise verlangen sie bis zu 5 USD für das „Aufpassen“ auf das Fahrzeug. Viele Autofahrer zahlen, um Diskussionen oder mögliche Probleme zu vermeiden.

Wenn sie 5 USD verlangen, dann kassieren sie normalerweise vorher. Wenn nicht, dann erwarten sie meist 1 USD bei der Ausfahrt.

Offiziell sind Biencuidaos nicht erlaubt, und der aktuelle Bürgermeister von Panama-Stadt möchte gegen sie vorgehen.

An der Kasse: Einpacker

In vielen großen Supermärkten in Panama gibt es Einpacker an der Kasse.

Meist sind es junge Menschen, die sich etwas dazuverdienen möchten.

Sie packen die Einkäufe in Tüten oder Beutel.

Für das bloße Einpacken wird in Panama normalerweise kein Trinkgeld erwartet.

Wenn man einen Großeinkauf macht oder zum Beispiel die großen Trinkwassertanks (Garrafones) kauft, dann wird einem normalerweise angeboten, dass der Einkauf mit einem Wagen zum Auto gebracht wird.

In diesem Fall wird ein Trinkgeld erwartet – normalerweise 1 USD.

An der Tankstelle

Einige Tankstellen in Panama haben Angestellte, die das Betanken übernehmen.

Normalerweise gibt man dafür kein Trinkgeld.

Man wird allerdings oft gefragt, ob zum Beispiel der Luftdruck geprüft, die Scheiben gewaschen oder das Öl kontrolliert werden soll.

In diesem Fall sollte man ein kleines Trinkgeld geben.

Für das Prüfen des Luftdrucks ist 1 USD ok.

Tipp: Der Luftdruck in Panama wird in PSI angegeben.

Sonstiges

Es gibt natürlich noch einige andere Situationen, in denen sich ein Dienstleister über eine kleine Aufmerksamkeit freuen würde.

  • Uber: In der Uber-App gibt es eine Option für Trinkgeld.
  • Friseur: Trinkgeld wird nicht erwartet, aber die Angestellten freuen sich sicher über 1–2 USD.
  • Hotel: Wenn Du längere Zeit im selben Hotel bist und jeden Tag dieselbe Putzfrau Dein Zimmer zufriedenstellend sauber hält, dann freut sie sich sicher über eine Aufmerksamkeit – erwartet wird es nicht.
  • Delivery: Die Motorrad-Lieferdienste fragen manchmal, ob man Trinkgeld gibt. Es ist nicht verpflichtend, aber wenn der Fahrer gerade Dein Essen während eines Wolkenbruchs geliefert hat, freut er sich sicher über 1–2 USD Trinkgeld.

Fazit

Trinkgeld ist in Panama eher eine Geste als eine Pflicht.

Allerdings freut sich natürlich jeder Dienstleister über eine Aufmerksamkeit – gerade auch, weil viele Einheimische wenig oder gar kein Trinkgeld geben.

Man sollte aufpassen, dass man nicht zu viel gibt. Dies kann den Eindruck erwecken, dass Ausländer Geld im Überfluss haben, und langfristig zu höheren Erwartungen und Forderungen führen.


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