Ich schreibe viele ehrliche und kritische Artikel über Panama: versteckte Kosten, Fallstricke, Dinge, die schneller kaputtgehen.
Deshalb heute mal die andere Seite: Warum lebe ich eigentlich so gerne hier?
Ein Land für Mutige
Panama ist wie ein Open-World-Spiel — eine große Spielwiese, die zum Entdecken einlädt.
Wer mit offenen Augen durch Panama geht, kann viele kleine Nischen und Möglichkeiten entdecken.
Meine kleine Nische ist zum Beispiel die Vermietung von Zimmern an Einheimische.
Aber es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, die man entdecken kann.
Viele dieser Möglichkeiten entstehen, weil vielen Menschen das nötige Bargeld oder der Zugang zu Finanzierung fehlt.
Andere entstehen durch fehlendes Wissen oder Desinteresse bei Einheimischen.
Echte Abenteuer
Man hat hier echte Abenteuer direkt vor der Haustür.
In Deutschland stehen überall Warnungen und Verbotsschilder: tue dies nicht, tue das nicht.
In Panama gibt es dagegen unzählige Dinge zu entdecken, für die sich niemand interessiert.
Einheimische besuchen meist nur ihre Familie oder verbringen ein Wochenende in einer Hotelanlage. Darüber hinaus kennen viele ihr eigenes Land nur wenig.
Touristen und Ausländer konzentrieren sich auf die wenigen „Highlights“ im Reiseführer und die Expat-Bubbles.
So bleibt das restliche Land denen, die ihren Entdeckerdrang ausleben möchten.
Deutschland ist weit weg
Viele Probleme, die in Deutschland an der Tagesordnung sind, spielen hier keine Rolle bzw. sind sehr weit weg.
Klar, die globalen Themen wie Klimawandel, Konflikte usw. tauchen auch hier auf, aber sie spielen kaum eine Rolle.
Die Bevölkerung wird durch solche Themen kaum polarisiert.
Menschen
Besonders gerne unterhalte ich mich mit den einfachen Menschen vom Land.
Es gibt fast nichts Besseres, als mit ihnen über belanglose Dinge aus dem Alltag zu reden.
Mir gefällt die einheimische Típico-Musik.
Kontraste
Was Panama so besonders macht, ist die Bandbreite an Dingen, die man erleben kann.
Wenn man in Panama-Stadt lebt, kann man am selben Tag in den Urwald fahren und am Abend einen Drink auf einer Dachterrasse nehmen.
Oder man fährt in die Karibik und ist abends wieder daheim.
Wie wäre es mit einem Ausflug zu den wunderschönen Perleninseln im Golf von Panama — und abends in die Altstadt?
Einen kompletten Reset bekommt man, wenn man ein paar Tage bei Indigenen auf San Blas verbringt.
In kaum einem anderen Land, das ich kenne, liegen Großstadt, Regenwald, Karibik und indigene Kultur so nah beieinander.
Im Alltag vergisst man das leicht.
Wetter
Mit jedem weiteren Lebensalter hatte ich in Deutschland weniger Lust auf Kälte.
Die tropischen Temperaturen in Panama haben ihre eigenen Probleme, aber mir ist dies mittlerweile deutlich lieber als Kälte.
In meinem Schrank hängt genau eine Weste – und die kommt fast nur für den jährlichen Deutschland-Besuch zum Einsatz.
Der Moment, in dem alles stimmt
Während meiner Zeit in Panama hatte ich immer wieder diese Momente, in denen ich gedacht habe: „In diesem Moment möchte ich nirgendwo anders sein“.
Das kann zum Beispiel auf dem Rückweg von einem Ausflug sein, wenn ich mit meinem Motorrad auf einem der Stadtautobahnen in den Sonnenuntergang cruise.
Oder als wir nach der Wanderung auf dem Kolonialweg „Camino de Cruces“ nach 21 km am Rio Chagres ankamen und aufs Boot umstiegen.
Es sind genau diese kleinen Momente und diese unglaubliche Vielfalt, die mich immer wieder daran erinnern, warum ich so gerne in Panama lebe.
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