Wie sicher ist Panama? Dies fragen sich viele Auswanderer und Urlauber — und fast alle denken dabei an Überfälle und Gewalt.
Es gibt aber auch noch eine weitere Gefahr, die im Alltag eine ähnlich starke Rolle spielt.
Im Folgenden werfe ich einen Blick auf die Zahlen: Kriminalität und Verkehrssicherheit im internationalen Vergleich, der aktuelle Trend und die gefühlte Sicherheit. Am Ende gebe ich noch ein paar Tipps.
1 Kriminalität
Die international am einfachsten zu vergleichende Zahl ist die Mordrate pro 100.000 Einwohner.
| Land | Mordrate /100k |
|---|---|
| Deutschland | 0,9 (2023) |
| USA | 5,8 (2023) |
| Panama | 12,9 (2024) |
| Costa Rica | 16,6 (2024) |
| Kolumbien | ~25 (2024) |
Die Mordrate liegt in Panama etwa 14-mal höher als in Deutschland.
Ein großer Teil der Tötungsdelikte steht in Zusammenhang mit organisierter Kriminalität und Drogenhandel. Dadurch konzentriert sich die Gewalt auf bestimmte Regionen und Personengruppen.
D.h. als Ausländer, der sich nicht in entsprechenden Vierteln aufhält, ist man davon nur mit viel Pech betroffen.
Global Peace Index (Einordnung)
Der Global Peace Index wird von der australischen NGO Institute for Economics & Peace (IEP) erstellt.
Insgesamt fließen 27 Kenngrößen in die Berechnung mit ein. Darunter Kriminalität, Militarisierung, Verwicklung in Konflikte, wahrgenommene Kriminalität, etc.
Panama liegt hinter Deutschland und Costa Rica, aber vor den USA und Kolumbien im Mittelfeld.

Obwohl die USA eine niedrigere Mordrate als Panama haben, rangiert Panama vor den USA.
Panama im Zeitverlauf
Überfälle und Einbrüche sind international schwer zu vergleichen, da die hohe Dunkelziffer leicht in die Irre führen kann.
Zum Beispiel ist die Erfassung von Einbrüchen in Deutschland deutlich feinmaschiger als in Panama.
Die Mordrate dagegen ist über die Zeit verlässlich erfasst. Panamas Verlauf seit dem Höchststand 2013:

Der Trend: Tiefpunkt 2017 (9,2), seither langsam wieder gestiegen — aber klar unter dem Höchststand von 2013. Langfristig runter, zuletzt leicht rauf.
Die Mordrate ist zuletzt wieder leicht gestiegen — auch die Regierung räumt eine wachsende Unsicherheit ein — liegt aber weiterhin klar unter dem Höchststand von 2013.
2 Verkehr
Gefahr für Leib und Leben geht nicht nur von Kriminalität aus.
Im Alltag ist die Gefahr, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden, oft deutlich höher.
Hier ist ein Vergleich der Verkehrstoten pro 100.000:
| Land | Verkehrstote /100k |
|---|---|
| Deutschland | 3,8 |
| USA | 12,7 |
| Panama | 13,9 |
| Costa Rica | 14,8 |
| Kolumbien | 15,4 |
Das Risiko, in einem Verkehrsunfall zu sterben, ist in Panama 3,7-mal so hoch wie in Deutschland.
Mögliche Ursachen sind unter anderem technisch schlecht gewartete Fahrzeuge, eine teilweise mangelhafte Straßeninfrastruktur sowie riskantes Fahrverhalten.
Im Vergleich zu den Morden ist diese Zahl relevant für Auswanderer. Verkehrsunfälle passieren überall, und dem Straßenverkehr kann man kaum entgehen.
3 Subjektive Wahrnehmung
Kriminal- und Verkehrsstatistiken sind sehr abstrakt.
Numbeo basiert auf freiwilligen Nutzerangaben und ist daher keine amtliche Statistik. Die Daten geben eher die subjektive Wahrnehmung der Nutzer wieder.
In folgender Grafik siehst Du den Vergleich der wahrgenommenen Sicherheit von Frankfurt und Panama-Stadt.

Insgesamt wird das Sicherheitsniveau in Frankfurt und Panama-Stadt ähnlich bewertet.
Allerdings unterscheiden sich die einzelnen Kategorien.
In Frankfurt werden folgende Dinge stärker als Bedrohung empfunden:
- Drogen scheinen ein deutlich größeres Problem zu sein
- Die Gefahr, beleidigt oder überfallen zu werden, wird stärker empfunden
Welche Sorgen in Panama-Stadt stärker ausgeprägt sind:
- Korruption und Bestechung sind deutlich stärker
- Diebstahl von Gegenständen aus dem Auto
- Einbrüche und Überfälle
Das Sicherheitsgefühl, tagsüber und nachts durch die Straßen zu laufen, wird in Frankfurt und Panama-Stadt etwa gleich bewertet.
Sowohl Frankfurt als auch Panama-Stadt verzeichnen einen deutlichen Anstieg der Unsicherheit in den letzten Jahren.
Klar, die Umfragen sind subjektiv, und man kann infrage stellen, wie repräsentativ sie sind.
Aber ich denke, sie tragen dazu bei, das Bild zu vervollständigen.
4 Persönliche Erfahrung
Seit ich in Panama angekommen bin, habe ich es als eines der sichersten Länder in Lateinamerika wahrgenommen.
Wenn man hier lebt, bekommt man allerdings über die Jahre doch mehr mit.
Tagsüber habe ich sehr wenige Bedenken, durch die Stadt zu laufen.
Nachts bin ich unzählige Male durchs Stadtzentrum gelaufen und hatte nie das Gefühl von Unsicherheit.
Manchmal gibt es Meldungen von einzelnen Überfällen und Einbrüchen in besseren Gegenden. Das Risiko ist nicht Null.
Was wirklich weit verbreitet ist, ist das Aufbrechen von Autos in der Nacht in der Stadt. Meist werden der Bordcomputer und Wertgegenstände geklaut. Das ist extrem ärgerlich und teuer.
Es gibt Einbrüche in Häuser, dort, wo sich die Gelegenheit ergibt. Zum Beispiel werden gerne die kleinen Gastanks gestohlen, die die Leute außen stehen haben.
Meiner Erfahrung nach ist die Gefahr von Taschendiebstahl gering. In öffentlichen Verkehrsmitteln sollte man aber nicht leichtsinnig sein.
5 Ein paar Tipps
Hier ein paar abschließende Tipps:
- parke Dein Auto in der Stadt über Nacht nicht auf einer öffentlichen Straße
- meide Problemviertel (dort gehst Du wahrscheinlich eh nicht hin)
- meide Leute, die auf Dich zukommen (=> Du wählst die Leute aus, nicht sie Dich)
- Du hast kein Geld – es geht niemand etwas an, wie viel Geld Du hast
- halte beim Fahren großzügigen Abstand und fahre defensiv
- baue Dir ggf. einen Diebstahlalarm ins Auto
- eine Dashcam im Auto macht meiner Meinung nach Sinn
Die Gefahr besteht, mit der Zeit leichtsinnig zu werden.
Panama ist kein gefährliches Land — aber auch kein sorgenfreies. Die hohe Mordrate trifft fast ausschließlich bestimmte Milieus und Gegenden; wer da nicht hineingerät, lebt deutlich sicherer, als die nackte Zahl vermuten lässt.
Mit etwas gesundem Menschenverstand ist Panama ein vergleichsweise sicheres Land zum Leben.
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2 Kommentare
Thomas Joos
Hallo Stefan,
bin wieder in Mexiko angekommen und moechte Dir meine persoenliche Sicht / Erfahrung / Einschaetzung der Zentralamercikanstaaten zum Thema Sicherheit geben.
Fuer mich ist Honduras aktuell das Land wo ich mich am unsichersten gefuehlt hatte, alles basierend auf einige gemachte Erfahrungen, gefolgt von Nicaragua. Das gleiche gilt fuer die Buerokratie und Korruption die ich bei Polizeikontrollen und beim Grenzuebergang erfahren durfte.
Sehr positiv ueberrascht war ich von El Salvador, wo ich mich immer sicher gefuehlt habe. Im Mittelfeld Guatemala und an der Spitze habe ich CR und Panama in Erinnerung.
Besonderheiten I Strassenverkehr: Da im kommunistischen Nicaragua ein Degret seit letztem November besteht dass im ganzen Land max 50 km/h besteht schleicht alles dahin. trotzdem auch dort schwere Unfaelle durch Alkohol ….
Besonderheit II Freiheit: Auch hier als Schlusslicht Nicaragua gefolgt durch Honduras. Nur unter 4 Augen oeffnen sich die Einwohner. Restriktionen, Inhaftierung oder Konfiskation sind an der Tagesordung (bsp cpl private Bildungseinrichtungen in Nica verstaatlicht und Eigentuemer aus dem Land gejagt)
Der Sicherheits und Freiheitsaspekt ist der Pferdefuss, kulturell und landschaftlich sind alle diese Laender toll.
Insgesamt hat sich auf jeden Fall meine Entscheidung fuer Panama vollauf bestaetigt.
In den naechsten Monaten werde ich wiederkommen (diesmal wieder fliegen) um meine Finca in Potrerillos bewohnbar zu machen.
Gruesse aus Mexico!
Thomas
Stefan Warwas
Hey, Thomas! Danke für den Bericht. Super, dass es mit der Finca losgeht. Vielleicht schaue ich ja mal vorbei. Gruß, Stefan